Kohlbergs 
Modell der Moralentwicklung

Schockiert von den Gräueltaten der Nationalsozialisten entwickelte der amerikanische Forscher Lawrence Kohlberg Mitte des 20. Jahrhunderts ein kognitives Modell der Moralentwicklung. In seinem Zentrum steht die Frage, wie sich Moral beim Menschen entwickelt und auf welche Weise man diese Entwicklung unterstützten kann.


Stufenmodell moralischer Entwicklung
I. Präkonventionelle Ebene 1. Orientierung an Gehorsam und Strafe Orientierung an Strafe und Gehorsam Im Mittelpunkt steht Strafvermeidung Gut ist… zu tun, was der Stärkere verlangt 2. Konventionelle Ebene Im Mittelpunkt steht immer noch Eigeninteresse – dieser ist mit anderen eintauschbar.  „Eine Hand wäscht die andere“ Gut ist… gegenseitige Interessen zu befriedigen. 
II. Konventionelle Ebene 3.  Good-boy, Nice-girl Orientierung an personengebundener Zustimmung Soziale Öffnung des Denkens Gut ist… was mein Ansehen vergrößert
4. Orientierung an Gesetz und Ordnung Nicht mehr an Einzelpersonen gebunden Die meisten Menschen befinden sich auf Stufe 3 oder 4 Gut ist… was nicht verboten ist. 
III. Postkonventionelle Ebene 5.  Orientierung am Sozialvertrag Gesetze werden als verhandelbar und im Einzelfall interpretierbar erkannt.  Gut ist… was alle gesellschaftlich Beteiligten anerkennen können. 
6. Orientierung an univ. ethischen Prinzipien Nicht einzelne Regeln, sondern der Wert hinter der Regel ist von Interesse.  Nur von wenigen Menschen erreicht.  Gut ist… was allgemeines Gesetz werden kann. 
Grundbegriffe
Dilemma Nicht eindeutig lösbares moralisches Problem. 
Dilemma-Methode Methode zur Feststellung des moralischen Entwicklungsstandes.  Hierbei ist nicht die endgültige Entscheidung, sondern ihre Begründung relevant.  Das bekannteste ist das Heinz Dilemma. 
Wie kann man Moral fördern? Dilemmadiskussion (Mit +1-Regel) Just-Community: Schulkonzept, bei dem Schüler partizipativ an der Gestaltung von Schule mitwirken. Gemeinschaftsversammlung ist zentraler Raum der Auseinandersetzung
Kritik + Nachvollziehbares und pädagogisch gut handhabbares Modell - Kompetenz-Performanz-Fehler (Die Fähigkeit zu komplexem moralischen Denken führt noch lange nicht zu moralischem Handeln) Moderne Untersuchungen legen eine starke Beteiligung emotionaler Komponenten bei moralischen Entscheidungsprozessen nahe  

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